Das erste Hörbuch aus dem Butze Verlag richtet sich an lesbische und interessierte Frauen, so heisst es im Pressetext auf der Webseite des Butze Verlags. Vermutlich ist damit gemeint, dass sich das Werk nicht ausschließlich an lesbische Frauen richtet.
“Das Werk soll unter anderem vermitteln, dass die Themen, Gedanken und Gefühle die Frauen beschäftigen unabhängig von deren sexuellen Orientierung sein können.” Diesen Satz aus dem Pressetext finde ich irgendwie bemerkswert und möchte meinen Kommentar dazu abgeben.
Dass man sich als lesbische Frau oder schwuler Mann auch mit Themen, Gedanken und Gefühlen auseinandersetzt, die nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun haben, sollte man eigentlich gar nicht speziell betonen müssen. Wobei diese Tatsache in der Gesellschaft, so meine Erfahrung, nicht unbedingt ankommt. Ich denke das Hörbuch zielt darauf ab zu zeigen, dass lesbische Frauen ganz normale Frauen sind. Frauen, die einfach auf Frauen stehen und das diese Tatsache nicht das ganze Leben bestimmt.
Anfang Mai berrichtete der Spiegel Online , dass Homosexualität ein Karriere Risiko für Führungskräfte bleibt. Es gibt den Völklinger Kreis, den Bundesverband für homosexuelle Führungskräfte. Der Vorstand dieses Verbandes meinte wohl, das es auch in den Vorstandsetagen großer deutscher Konzerne Homosexuelle gibt. Warum auch nicht, möchte man da fragen. Nun jedenfalls leben die meisten Ihre Sexualität heimlich aus. Die Aufgeschlossenheit gegenüber Homosexuellen nimmt zwar immer mehr zu. In den Medien wird Homosexualität auch immer häufiger thematisiert, es gibt Serien über schwules und lesbisches Leben. Eine Quotenschwuchtel findet auch in fast jeder Serie eine Rolle. Die Konfrontation mit Homosexualität findet also häufiger statt. Trotz der zunehmenden Aufgeschlossenheit sind etwa die Hälfte der deutschen Schwulen und Lesben an ihrem Arbeitsplatz nicht geoutet. Ich kann das gut verstehen. Eventuelle Nachteile des Outings im beruflichen Umfeld sind schwer abzuschätzen, so wundert es mich auch nicht, dass sich viele erst outen, wenn sie sich einen gewissen beruflichen Stand erarbeitet haben. Hmm es würde mich interessieren wieviel Leute in Deutschland niemanden kennen, der schwul oder lesbisch ist.
Seid Ihr am Arbeitsplatz geoutet, wie sehen eure Erfahrungen aus?
Dass Homosexualität von vielen (besonders Jugendlichen) immer noch nicht akzeptiert wird, habe ich vor kurzem selbst erlebt. Über mein Profil bei www.studivz.de hat mich ein Mädel angeschrieben und wollte mit mir was trinken gehen. Daraufhin teilte ich ihr mit, dass ich mich gerne auf nen Kaffee mit ihr treffen würde, aber mehr als ein Treffen würde daraus nicht werden. Sie antwortete mir, dass sie in meinem Profil bereits gelesen hätte, dass ich vergeben sei und wenn meine Freundin nichts dagegen hätte würde sie sich gerne mit mir treffen. Ich schrieb zurück: “Mein Freund hat nichts dagegen”. Sie schrieb:”Wie? Das versteh ich nicht ?” Ich antwortete: “Ich bin schwul”. Dann kam folgender Satz zurück: “Mit Homos will ich nix zu tun haben!” Von Tolleranz keine Spur. In den Schulen Deutschlands muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden besonders zum Thema Homosexualität. Oder habt ihr das Thema schon mal durchgenommen? In meiner Schule wurde das damals jedenfalls mit keinem Wort erwähnt. Also, sagt uns eure Meinung
Im wikipedia Artikel zu Homosexualität habe ich folgenden Satz gefunden. Die Bemerkungen in Klammern finde ich irgendwie witzig: “Unterstellt wird hierbei, dass homosexuell Veranlagte oft keine eigenen Kinder zeugen (dies ist aber biologisch möglich), jedoch ihre genetisch nah verwandten Neffen und Nichten mitversorgen” Quelle: wikipedia
Vor zwei Tagen im Radio ging es in der Morgenmeinung um Homosexualität. Die Moderatorin vertrat die Meinung, dass Homosexualität durch Gene festgelegt wird. Dies würde also bedeuten, dass man schwul geboren wird. Kann sich seine sexuelle Orientierung nicht heraussuchen. Der Moderator meinte, dass sich Homosexualität irgendwann im Laufe des Leben prägen würde. Viele Anrufer waren der Meinung, dass man sich für Homosexualität entscheidet, “man wird schwul”. Als Begründung war oft zu hören, dass sie Leute kennen würden, die vorher eine Freundin gehabt haben bzw. Frau und Kinder. Dazu möchte ich sagen, dass das häufiger vorkommt. Viele gestehen sich ihre Homosexualität nicht ein, haben eine Freundin oder heiraten sogar. Früher war dass sogar sehr oft so. Gründe dafür gibt es jede Menge. Für mich ist das jedenfalls keine Begründung. Das Thema ist ziemlich komplex und die Diskussion uralt, siehe hier die Informationen bei wikipedia. Es gibt auch Menschen, die sich in beide Geschlechter verlieben. Zum Thema bin ich schwul hatte ich schon mal etwas geschrieben.
Diese Seite vom Sozialwerk des LSVD, die Information zu Homosexualität liefert, ist ebenso lesenswert.