Damals, das Meer. Ein Buch zum Träumen.

Damals, das Meer

Als ich von diesem Buch im Radio gehört habe, musste ich es unbedingt lesen. Und ich muss sagen: Ich habe es nicht bereut. Dieses Buch hat geschafft, was kein anderes zuvor geschafft hat. Es ist mein neues Lieblingsbuch geworden. Und das liegt nicht zuletzt an der unglaublich schönen Geschichte und der malerischen Sprache der Autorin Meg Rosoff. Kurz zum Inhalt: Ein hundertjähriger Mann erzählt wie er im Alter von 16 Jahren “die Liebe fand”. Als junger Mann wird er von seinen Eltern in ein englisches Internat gesteckt, das mit schlechtem Essen und unliebsamen Klassenkameraden auf ihn wartet. Als er eines Tages beim Joggen vor einer Hütte am Meer eine Pause einlegt, lernt er den jungen Finn kennen. Er ist selbstständig, stark und geheimnisvoll. Von nun an besucht er diesen Jungen immer öfter und versucht mehr über ihn zu erfahren. Er fühlt sich zu tiefst zu Finn hingezogen, auch wenn er sich das kaum erklären kann. Aber dieser Junge verkörpert für ihn all das, was er immer sein wollte. Als Finn plötzlich schwer krank wird, findet die Geschichte eine überraschende Wendung. Doch mehr verrate ich nicht. Die einfache Geschichte über einen Jungen, der in einer alten Hütte am Meer einen anderen Jungen kennenlernt wird so ergreifend und bildhaft erzählt, dass man sich wünscht, man könnte in die Geschichte eintauchen und alles hautnah miterleben. Miterleben, wie sich der Protagonist nach dem geheimnisvollen Finn verzehrt. Miterleben, wie der stürmische Wind durch die von Meer und Wetter gebeutelte Hütte pfeift. Miterleben, wie sich die Wintersonne auf der Meeresoberfläche spiegelt und die Kalkklippen in zartes Gold taucht. Und miterleben, dass auch der schönste Traum einmal zu Ende geht. Damals, das Meer ist zwar keine schwule Literatur im eigentlichen Sinne, jedoch versprüht der Jugendroman eine solch ergreifende Aura, dass ich dieses Buch hier unbedingt vorstellen muss. Für mich wirklich ein Buch zum Träumen. Und zum Weinen.

Ein Traum vom Leben

Ein Traum vom Leben

Ich hab vor Kurzem mal wieder bei Amazon ein bisschen nach schwulen Büchern gestöbert und bin auf Hakan Lindquists zweites Werk Ein Traum vom Leben gestoßen. Sein erstes Buch Paul, mein großer Bruder habe ich bereits gelesen und fand es sehr schön. In seinem neuen Werk Ein Traum vom Leben geht es um den jungen Mikael, der seinen Vater verloren hat und nun im Urlaub versucht Abstand dazu zu bekommen und sich abzulenken. Er lernt Theo kennen und zwischen den beiden entwickelt sich eine intensive Beziehung. Wer bei Ein Traum vom Leben allerdings einen Liebesroman erwartet der wird enttäuscht sein. Das Buch wird immer wieder von Traumsequenzen durchbrochen, in denen Mikael seinem verstorbenen Vater begegnet, und diese Haupthandlung lässt meiner Meinung nach die Liebesbeziehung zwischen Mikael und Theo zu kurz kommen. Jedoch muss man sagen, dass die kurzen Stellen an denen sich Mikael und Theo begegnen sehr intensiv und zärtlich, jedoch nie kitschig oder gefühlsduselig, geschrieben sind. Es wäre schön gewesen mehr von diesen zarten Momenten im Buch zu finden. Ein schönes, kurzweiliges Buch, perfekt geeignet für den Strand oder für laue Abenstunden.